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Verschlafen oder ausgeschlafen? So klingt Deutsch am Morgen

Stell dir vor: Es ist früh am Morgen. Du machst die Augen auf, drehst dich zur Seite, greifst nach dem Handy – und da steht: 06:58.


Moment … war der Wecker nicht auf 6:30 gestellt?


Habe ich den Wecker überhört? Habe ich ihn ausgemacht? Habe ich … verschlafen?

Und genau da sind wir schon mitten im Thema.


„Hast du gut geschlafen?“ – das ist wahrscheinlich einer der häufigsten Sätze am Morgen. Und deshalb schauen wir uns heute wichtige Wörter und Ausdrücke rund ums Schlafen an:

  • Was heißt verschlafen genau?

  • Was ist der Unterschied zwischen ausschlafen und durchschlafen?

  • Und wie sagt man umgangssprachlich, wenn man sich tagsüber kurz hinlegt und schläft?


Hier kannst du die passende Episode im Uplevel Your German Podcast anhören:


1) Aufwachen, Wecker – und das große Drama am Morgen


Fangen wir ganz vorne an, also ganz früh am Morgen: aufwachen.

Du wachst auf, wenn du nicht mehr schläfst.


Beispiele:

  • Ich bin heute um sechs Uhr aufgewacht.

  • Ich wache nachts manchmal auf, wenn es draußen laut ist.


Meistens weckt uns morgens der Wecker. Er klingelt.

  • Mein Wecker klingelt um 6:30 Uhr, dann wache ich auf.


Wenn dein Wecker nicht klingelt – oder wenn du nicht aufwachst, obwohl er klingelt – dann passiert etwas, das wir gar nicht gerne haben:


verschlafen

Verschlafen bedeutet: Du wachst zu spät auf. Du bist zu spät dran, weil du zu lange geschlafen hast.

  • Ich habe verschlafen. Ich bin erst um neun Uhr aufgewacht!

  • Heute habe ich verschlafen und den Bus verpasst.


Eine eher umgangssprachliche Variante ist:


verpennt

Das ist sehr ähnlich wie verschlafen, aber deutlich lockerer. Ich persönlich benutze es eher nicht – aber gerade bei Jugendlichen hörst du es oft.

  • Ich habe total verpennt.


Wichtig: pennen ist ein anderes Wort für schlafen. Das ist umgangssprachlich.


Und noch ein Hinweis: der Penner ist etwas ganz anderes – damit meint man umgangssprachlich auch einen Obdachlosen. Das Wort klingt abwertend, deshalb ist es besser, damit vorsichtig zu sein.


Einen Termin verschlafen / verpennen

Du kannst nicht nur morgens verschlafen – du kannst auch einen Termin verschlafen oder einen Termin verpennen.


Das bedeutet nicht unbedingt, dass du wirklich geschlafen hast. Es bedeutet eher: Du hast ihn verpasst. Du hast ihn vergessen oder nicht daran gedacht.


Beispiel:

Du hast den ganzen Tag gearbeitet und komplett vergessen, dass du um 16 Uhr einen Friseurtermin hast. Du warst wach, du warst aktiv – aber der Termin ist jetzt vorbei.


Dann kannst du sagen:

  • Ich habe den Friseurtermin verschlafen.

  • Ich habe den Termin verpennt.


Verschlafen aussehen

Und: Man kann auch verschlafen aussehen.

Wenn du morgens aus dem Bett kommst, die Augen halb zu, die Haare sind zerzaust, du gähnst – dann siehst du bestimmt noch verschlafen aus.


Wenn du dann nicht schnell auf eine Frage antworten kannst, sagst du zum Beispiel:

  • Tut mir leid, ich bin noch ganz verschlafen.


Kleinkinder sehen nach dem Schlafen auch oft sehr verschlafen aus – und das ist meistens wirklich niedlich.


Deutsch lernen: Wortschatz rund ums Schlafen – ‚verschlafen oder ausgeschlafen‘. Titelgrafik mit schlafender Frau, Wecker und Charlotte am Mikrofon (CharLingua).

2) Ausschlafen

Jetzt das Gegenteil von „zu spät aufstehen“:


ausschlafen

Es ist Wochenende und auch wenn du erst um halb neun aufgestanden bist: Du hast nicht verschlafen – du konntest ausschlafen.


Ausschlafen bedeutet: so lange schlafen, bis du von alleine aufwachst. Herrlich, oder?


Beispiele:

  • Am Wochenende schlafe ich gern aus.

  • Heute konnte ich endlich mal ausschlafen.


Und dazu passt ein Ausdruck, den man auch im Alltag hört:


Einen ausgeschlafenen Eindruck machen


Das heißt: Du siehst fit aus. Wach. Frisch. Also genau das Gegenteil von verschlafen.

  • Du machst heute einen richtig ausgeschlafenen Eindruck.

  • Er sieht total ausgeschlafen aus.



3) Durchschlafen, tief und fest – wenn die Nacht wirklich gut war

Wenn du so fit und wach bist, dann hast du wahrscheinlich auch:


durchgeschlafen

Durchschlafen bedeutet: Du bist nachts nicht (oder kaum) aufgewacht.

  • Ich habe heute Nacht durchgeschlafen.

  • Annika ist glücklich: Ihr Baby hat endlich mal wieder durchgeschlafen!


Und wenn du wirklich gut geschlafen hast, kannst du sagen:

tief und fest schlafen

  • Ich habe tief und fest geschlafen.


Tief und fest ist übrigens so ein typisches Wortpaar – ein sogenanntes „Zwillingswort“. Hier kannst du mehr über solche Wortpaare wie fix und fertig oder klipp und klar erfahren >>>


„Tief und fest schlafen“ bedeutet: sehr gut, sehr ruhig, sehr intensiv schlafen.



4) Wenn man im Büro fast einschläft: eindösen, wegnicken – und dann hochschrecken


Stell dir vor, du sitzt im Büro. Du bist wach, du bist fit.


Aber dein Kollege Philipp … puh. Der sieht schlimm aus.

Philipp hat nicht tief und fest geschlafen. Er hat nicht durchgeschlafen. Er ist nachts immer wieder aufgewacht – und jetzt ist er komplett müde.

Und dann passiert etwas:

Sein Kopf sinkt immer wieder nach vorne. Er blinzelt. Er gähnt. Und plötzlich ist er … weg.


Dann kannst du sagen:


eindösen / wegnicken

Beides bedeutet: Du schläfst ganz kurz ein. Nicht richtig im Bett, nicht geplant – aber so „für ein paar Sekunden“.

  • Ich bin in der Besprechung fast eingedöst.

  • Er ist vor dem Fernseher weggenickt.


Und dann passiert das Gegenteil – dieses plötzliche „Huch!“, wenn du merkst, dass du eingeschlafen bist:


hochschrecken

  • Ich bin plötzlich hochgeschreckt, weil jemand meinen Namen gesagt hat.

  • Sie ist hochgeschreckt, als die Tür zugeknallt ist.


Dieses Wort ist super, weil es genau dieses Gefühl beschreibt: plötzlich wieder wach werden.


Und wie fühlt sich Philipp?

Philipp ist nicht nur müde – Philipp ist:


todmüde / fix und fertig

  • Ich bin todmüde.

  • Nach dem langen Tag war ich fix und fertig.


Was hilft?Also, mir hilft immer viel Kaffee. Und vielleicht kann Philipp einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft machen. Überhaupt ist frische Luft eine gute Idee – du kannst zum Beispiel kurz lüften.

  • Wir sollten mal lüften.



5) Der Rettungsplan am Mittag: Mittagschlaf, Nickerchen – und „eine Runde aufs Ohr“

Am besten wäre für Philipp natürlich ein kurzer Schlaf am Tag.


Das ist der Mittagsschlaf.

Und hier ist eine feste Wendung, die du dir gut merken kannst:


einen Mittagsschlaf halten

Ja, man sagt wirklich „halten“.

  • Ich halte nach dem Essen immer einen Mittagsschlaf.

  • Frau Meier hält jeden Tag einen Mittagsschlaf.


Sehr häufig hörst du auch:

ein Nickerchen machen

  • Ich mache kurz ein Nickerchen.

  • Nach der Arbeit mache ich manchmal ein Nickerchen.


Und jetzt eine umgangssprachliche Variante:

Ich hau mich eine Runde aufs Ohr


Oder kürzer:

  • Ich hau mich aufs Ohr.


Das bedeutet: Ich lege mich kurz hin und schlafe ein bisschen. Und das kannst du nicht nur mittags sagen – auch am Abend.



6) Abends ins Bett gehen – und Kinder ins Bett bringen

Okay, Philipp hat den Tag irgendwie überstanden. Am Abend ist er so müde, dass er früh schlafen geht.


Dann sagt man meistens:

ins Bett gehen

  • Ich bin müde. Ich gehe ins Bett.

  • Heute gehe ich früh ins Bett.


Es gibt auch die Variante zu Bett gehen, aber das klingt für viele eher altmodisch oder literarisch. Im Alltag ist ins Bett gehen viel typischer.


Wenn du kleine Kinder hast, dann musst du sie am Abend oft:

ins Bett bringen

  • Anna bringt ihren kleinen Sohn ins Bett.


Vielleicht liest Anna ihm noch eine Gutenachtgeschichte vor.

  • Ich lese meinem Sohn eine Gutenachtgeschichte vor.


Oder sie singt ein Abendlied oder ein Wiegenlied.

Ein Wiegenlied ist ein Lied, das man Babys oder kleinen Kindern singt, um sie zu beruhigen, damit sie einschlafen.


Und das Wort hängt zusammen mit:

die Wiege

Eine Wiege ist ein kleines Bettchen für Babys, das man schaukeln kann.



7) Wecken, aufstehen – und Lerche vs. Nachteule

Am nächsten Morgen muss das Kind natürlich wieder aufstehen. Und wenn es noch müde ist, muss Anna es …


wecken

  • Ich wecke dich um sieben.

  • Kannst du mich morgen früh wecken?


Anna selbst hat wieder ihren Wecker, der pünktlich um 6:30 Uhr klingelt.


Und jetzt kommen zwei Wörter, die du super nutzen kannst, wenn du über deinen Tag-Nacht-Rhythmus sprichst:


Lerche / Nachteule

Wenn Anna gerne früh aufsteht, dann ist sie eine Frühaufsteherin. Und man sagt auch: eine Lerche.

(Die Lerche ist eigentlich ein Vogel – aber als Bild bedeutet es: jemand, der morgens früh fit ist.)

Und das Gegenteil ist die Nachteule: jemand, der abends lange wach bleibt und morgens am liebsten ausschlafen würde.


  • Maria ist eine Nachteule.

  • Thomas ist eine Lerche – er steht immer früh auf.



Zusammenfassung

Hier siehst du noch einmal alle Wörter zum Thema Schlafen:


  • aufwachen / der Wecker klingelt

  • verschlafen / umgangssprachlich: verpennt

  • einen Termin verschlafen / verpennen

  • verschlafen aussehen

  • ausschlafen / ausgeschlafen wirken

  • durchschlafen

  • tief und fest schlafen

  • eindösen / wegnicken / hochschrecken

  • todmüde / fix und fertig

  • lüften

  • einen Mittagschlaf halten / ein Nickerchen machen / sich eine Runde aufs Ohr hauen

  • ins Bett gehen / jemanden ins Bett bringen

  • Gutenachtgeschichte, Wiegenlied, Wiege

  • wecken

  • Frühaufsteherin, Lerche, Nachteule


Und jetzt du

Schreib mir gern in die Kommentare:

Bist du ein Frühaufsteher oder eine Frühaufsteherin – also eine Lerche – oder eher eine Nachteule?

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Charlotte | CharLingua

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