Kind krankmelden auf Deutsch: Die wichtigsten Sätze für Schule, Kita und Verein
Es ist kurz nach sieben. Dein Kind sitzt am Frühstückstisch, isst nichts und sagt: „Mir ist schlecht.“ Du legst die Hand auf die Stirn. Warm. Okay. Heute geht es nicht in die Schule.
Und jetzt musst du alles umorganisieren. Die Schule will Bescheid wissen, vielleicht auch die Mittagsbetreuung und später der Sportverein. Und das alles auf Deutsch, während du eigentlich schon genug im Kopf hast.
Vielleicht kennst du sogar alle Wörter, die du dafür brauchst. Trotzdem möchtest du in diesem Moment nicht überlegen: Wie formuliere ich das jetzt höflich? Muss ich erklären, was mein Kind hat? Und klingt meine Nachricht überhaupt so, wie Deutsche das schreiben würden?
Für die meisten Situationen reichen zum Glück ein paar einfache Sätze:
„Leider ist Lena krank und kann heut...e nicht kommen.“
„Guten Morgen, ich möchte meine Tochter krankmelden.“
Oder etwas formeller:
„Meine Tochter Lena ist leider krank. Ich bitte Sie, ihr Fehlen zu entschuldigen.“
Damit bist du schon für viele Situationen gut vorbereitet. Es gibt aber ein paar Unterschiede, die du kennen solltest. Denn dieselbe Nachricht klingt bei der Lehrerin passend und im Elternchat vielleicht plötzlich viel zu offiziell.
Lieber hören? Die Podcastfolge zum Thema
In Folge 154 von Uplevel Your German hörst du die wichtigsten Formulierungen noch einmal mit Beispielen und Erklärungen.
Gerade bei solchen Alltagssätzen ist das hilfreich. Du möchtest sie schließlich nicht nur verstehen, sondern im richtigen Moment auch benutzen können.
Wie kann ich mein Kind auf Deutsch krankmelden?
An vielen Schulen und Kitas kannst du dein Kind inzwischen über eine App krankmelden. Dann ist die Sache schnell erledigt.
Aber die gleiche Situation gibt es auch an vielen anderen Stellen: beim Fußballverein, in der Musikschule, beim Klavierunterricht oder bei einer Verabredung mit Freunden.
Dann ist dieser Satz fast immer eine gute Lösung:
„Leider ist Lena krank und kann heute nicht kommen.“
Kurz, freundlich und völlig ausreichend.
Für den Fußballverein könntest du zum Beispiel schreiben:
„Hallo, Max ist leider krank und kann heute nicht zum Training kommen.“
Für eine Verabredung:
„Lena ist leider krank. Wir müssen das Treffen heute leider verschieben.“
Du musst aus einer solchen Nachricht keine offizielle Krankmeldung machen. Im Gegenteil: Unter Eltern oder im Sportverein würde eine sehr formelle Formulierung eher ungewöhnlich wirken ... genau, wie in deiner Sprache.
Was bedeutet „jemanden krankmelden“?
Wenn du bei einer Schule oder Kita anrufst, brauchst du häufig das Verb krankmelden.
Zum Beispiel:
„Guten Morgen, ich möchte meine Tochter krankmelden. Sie kann heute nicht in die Schule kommen.“
Oder:
„Guten Morgen, ich möchte meinen Sohn für heute krankmelden.“
Wenn die Schule groß ist, kannst du noch den Namen und die Klasse nennen:
„Ich möchte Lena Müller aus der Klasse 5b krankmelden.“
Wichtig ist die Konstruktion:
jemanden krankmelden
Du meldest also dein Kind krank.
Zum Beispiel:
„Ich melde meine Tochter für heute krank.“
Das Verb begegnet dir übrigens nicht nur bei Kindern. Auch Arbeitnehmer können sich bei ihrem Arbeitgeber krankmelden:
„Ich muss mich heute krankmelden.“
Und natürlich ist hier der Unterschied: Du meldest nicht dein Kind krank, sondern du meldest dich (selbst) krank.
Schule, Fußballverein oder Elternchat: Was klingt natürlich?
Nicht jede richtige Formulierung passt in jede Situation.
Das ist beim Deutschlernen oft die schwierigere Frage. Grammatisch können zwei Sätze völlig korrekt sein, aber einer klingt im jeweiligen Moment einfach natürlicher.
Situation | Natürliche Formulierung |
Schule/Sekretariat | „Guten Morgen, ich möchte meine Tochter für heute krankmelden.“ |
Schriftliche Entschuldigung | „Ich bitte Sie, ihr Fehlen zu entschuldigen.“ |
Sportverein | „Max ist leider krank und kann heute nicht zum Training kommen.“ |
Andere Eltern | „Lena ist leider krank. Können wir das Treffen verschieben?“ |
Wenn du der Mutter eines Freundes schreibst:
„Ich bitte Sie, das Fehlen meiner Tochter zu entschuldigen“
ist das zwar verständlich, klingt aber viel zu offiziell.
Andersherum ist
„Lena schafft es heute nicht“
für eine kurze Nachricht an Freunde möglich, aber für eine offizielle Krankmeldung an die Schule nicht besonders eindeutig.
Das ist genau die Art von Unterschied, die man nicht immer aus einer Vokabelliste lernt.
Muss ich sagen, was mein Kind hat?
Bei einer gewöhnlichen Krankmeldung musst du normalerweise nicht ausführlich erklären, was deinem Kind fehlt. Oft reicht die Information, dass es krank ist und nicht kommen kann.
Zum Beispiel:
„Lena ist krank und kann heute nicht am Unterricht teilnehmen.“
Oder etwas formeller:
„Lena kann heute aus gesundheitlichen Gründen nicht am Unterricht teilnehmen.“
„Aus gesundheitlichen Gründen“ klingt allerdings deutlich offizieller. Für eine normale Nachricht würde ich meistens einfach „ist krank“ schreiben.
Bei bestimmten ansteckenden Krankheiten oder bei Läusen gelten für Schulen und Kitas besondere Regeln. Dann solltest du die Einrichtung natürlich entsprechend informieren und ihre Vorgaben beachten.
Aber für eine gewöhnliche Erkältung musst du nicht schreiben:
„Mein Kind hat seit gestern 38,2 Grad Fieber, Halsschmerzen und eine laufende Nase.“
Die Schule braucht nicht deine komplette Morgenanalyse.
„Ich bitte Sie, ihr Fehlen zu entschuldigen“ – wann passt dieser Satz?
Eine klassische Formulierung für eine schriftliche Entschuldigung ist:
„Meine Tochter Lena ist leider krank. Ich bitte Sie, ihr Fehlen zu entschuldigen.“
Bei einem Sohn heißt es:
„Mein Sohn Max ist leider krank. Ich bitte Sie, sein Fehlen zu entschuldigen.“
das Fehlen bedeutet hier die Abwesenheit, also dass das Kind nicht da ist.
Du kannst dir die beiden Formen so merken:
ihr Fehlen = bei einer Tochter
sein Fehlen = bei einem Sohn
Diese Formulierung ist höflich und eher formell.
An eine andere Mutter würde ich dagegen einfach schreiben:
„Lena ist leider krank und kann heute nicht kommen.“
Und fertig.
Manchmal ist weniger Deutsch eben das bessere Deutsch.
Mein Kind war mehrere Tage krank – was ist mit dem Unterrichtsstoff?
Vielleicht war dein Kind nicht nur einen Tag krank, sondern drei oder vier. Jetzt geht es ihm wieder gut und am Montag geht es zurück in die Schule.
Aber in der Zwischenzeit hat die Klasse natürlich weitergearbeitet.
Dann kannst du sagen:
„Lena hat einiges in der Schule verpasst.“
Oder:
„Sie muss den versäumten Stoff nachholen.“
etwas versäumen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man bei etwas nicht dabei war.
etwas nachholen bedeutet, dass man es später macht oder lernt.
Wie das an einer Schule organisiert wird, kann sehr unterschiedlich sein. Vielleicht stehen die Aufgaben in einer App. Vielleicht gibt es Materialien von der Lehrerin. Vielleicht fragt dein Kind einen Klassenkameraden. Und manchmal müssen die Eltern selbst herausfinden, was gemacht wurde.
Das war für mich besonders interessant, weil ich auch ein anderes Schulsystem erlebt habe.
Als meine Tochter in England zur Schule ging, bekamen wir Eltern ihre Hefte und Bücher kaum zu sehen. In Deutschland war ich viel stärker daran beteiligt, herauszufinden, was sie gemacht hatte und was sie noch nachholen musste.
Wenn du aus einem Land kommst, in dem die Schule solche Dinge anders organisiert, kann das zunächst irritierend sein. Und oft erklärt dir niemand, wie es läuft, weil es für die anderen Eltern selbstverständlich ist.
Deshalb mein praktischer Tipp: Wenn dein Kind mehrere Tage gefehlt hat und du nicht weißt, was es nachholen soll, frag einfach nach.
Wie frage ich die Lehrerin nach dem versäumten Stoff?
Du könntest zum Beispiel schreiben:
„Meine Tochter war letzte Woche krank. Könnten Sie mir bitte schreiben, was sie nachholen muss?“
Oder:
„Max hat drei Tage gefehlt. Könnten Sie uns bitte sagen, was er nacharbeiten sollte?“
Hier ist „Könnten Sie …?“ eine sehr praktische Formulierung.
Vielleicht hast du im Deutschkurs gelernt, dass der Konjunktiv II höflicher klingt. Genau hier siehst du, wofür du ihn tatsächlich brauchst.
Vergleiche:
„Schreiben Sie mir, was Lena nachholen muss.“
und:
„Könnten Sie mir bitte schreiben, was Lena nachholen muss?“
Der erste Satz klingt wie eine Anweisung. Der zweite ist eine höfliche Bitte.
Solche kleinen Unterschiede haben im Alltag oft mehr Wirkung als eine komplizierte Grammatikregel.
Oft ist es einfacher, andere Eltern zu fragen
Du musst nicht für jede Hausaufgabe sofort die Lehrerin kontaktieren.
Oft ist eine kurze Nachricht an andere Eltern viel unkomplizierter:
„Hallo, Lena war letzte Woche krank. Weißt du, was die Kinder aufhatten?“
Oder:
„Kannst du mir vielleicht kurz sagen, was sie in Mathe gemacht haben?“
Oder ganz praktisch:
„Könntest du mir ein Foto von den Hausaufgaben schicken?“
Solche Nachrichten gehören für viele Eltern einfach zum Schulalltag. Heute schickt dir jemand ein Foto, beim nächsten Mal bist du vielleicht diejenige, die aushilft.
Und hier versteckt sich noch eine Formulierung, die für Deutschlernende ziemlich interessant ist.
„Was haben die Kinder auf?“ – was bedeutet das?
Stell dir vor, eine Mutter schreibt dir:
„Weißt du, was die Kinder heute aufhaben?“
Vielleicht denkst du zuerst an Kleidung.
Was haben sie an? Jacken? Pullover?
Aber aufhaben hörst du im Schulalltag: „Was haben die Kinder auf?“ bedeutet:
„Welche Hausaufgaben haben die Kinder?“
Zum Beispiel:
„Was haben sie in Mathe auf?“
„Seite 43, Aufgabe 2 bis 5.“
Das Verb ist sehr alltagssprachlich und völlig normal. Genau solche kleinen Sätze sind oft diejenigen, bei denen Deutschlernende jedes einzelne Wort kennen und trotzdem zunächst nicht verstehen, was gemeint ist.
Was sage ich, wenn ich selbst den Elternabend verpasst habe?
Es muss natürlich nicht immer dein Kind sein, das etwas verpasst hat.
Vielleicht konntest du nicht zum Elternabend kommen.
Du musstest arbeiten, hattest keine Betreuung oder hattest einfach einen anderen Termin.
Am nächsten Morgen fällt dir ein:
Wurde gestern vielleicht etwas Wichtiges besprochen?
Dann kannst du der Lehrerin schreiben:
„Ich konnte gestern leider nicht zum Elternabend kommen. Könnten Sie mir sagen, was besprochen wurde?“
Oder etwas konkreter:
„Gab es wichtige Termine oder Informationen, die ich wissen sollte?“
Wenn du andere Eltern fragst, darf es natürlich wieder viel lockerer klingen:
„Hallo, ich habe den Elternabend gestern leider verpasst. Weißt du, ob es etwas Wichtiges gab?“
Das ist einer dieser Unterschiede, die im Deutschen wichtig sind: Du brauchst nicht für jede Person dieselbe Höflichkeitsstufe.
Und wer sind eigentlich die Klassenelternsprecher?
Je nach Schule und Bundesland gibt es unterschiedliche Formen der Elternvertretung. Vielleicht hörst du Begriffe wie Klassenelternsprecher oder Elternvertreter.
Das sind Eltern, die eine besondere Rolle in der Kommunikation zwischen Eltern und Schule übernehmen.
Wenn du einen Elternabend verpasst hast oder dir eine organisatorische Information fehlt, können deshalb auch andere Eltern oder die Elternvertretung eine gute Anlaufstelle sein.
Du musst nicht mit jeder kleinen Frage sofort ins Sekretariat gehen.
Drei Nachrichten, die du dir speichern kannst
Wenn du Kinder in Deutschland hast, kannst du dir diese drei Formulierungen einfach ins Handy kopieren.
1. Schule oder Kita
„Guten Morgen, meine Tochter Lena ist leider krank und kann heute nicht kommen. Ich bitte Sie, ihr Fehlen zu entschuldigen. Mit freundlichen Grüßen Maria Moser“
2. Sportverein oder Musikschule
„Hallo, Max ist leider krank und kann heute nicht zum Training kommen. Viele Grüße, Maria“
3. Nach mehreren Krankheitstagen an andere Eltern
„Hallo, Lena war die letzten drei Tage krank. Weißt du vielleicht, was die Kinder in Mathe aufhatten? Könntest du mir eventuell ein Foto schicken? Vielen Dank!“
Du musst solche Nachrichten natürlich nicht Wort für Wort übernehmen. Viel wichtiger ist, dass du einige Formulierungen kennst, auf die du schnell zurückgreifen kannst.
Denn genau hier liegt oft das eigentliche Problem.
Du kennst den Satz – aber fällt er dir auch im richtigen Moment ein?
Wenn du die Beispiele in diesem Artikel liest, denkst du vielleicht:
„Ja, das verstehe ich alles.“
Aber stell dir vor, du musst im Schulsekretariat anrufen.
Jemand meldet sich mit:
„Guten Morgen, Grundschule am Stadtpark, Müller, was kann ich für Sie tun?“
Und jetzt musst du sofort antworten.
Plötzlich fühlt sich der einfache Satz „Ich möchte meine Tochter krankmelden“ vielleicht gar nicht mehr so einfach an.
Oder eine andere Mutter spricht dich nach der Schule an und fragt etwas, womit du nicht gerechnet hast. Dann kannst du nicht erst in Ruhe eine perfekte Antwort formulieren.
Genau deshalb ist Sprechen eine eigene Fähigkeit.
Du kannst viele Wörter kennen und viel Grammatik verstehen und trotzdem im Gespräch länger brauchen, bis dir die richtige Formulierung einfällt.
Wenn du genau das üben möchtest
In meinem Sprachclub für Deutschlernende ab B1 sprechen wir über Situationen aus dem echten Alltag in Deutschland. Du lernst neue Wörter und Redemittel nicht nur auf einer Liste, sondern benutzt sie anschließend selbst im Gespräch.
Denn zwischen
„Diesen Satz verstehe ich.“
und
„Dieser Satz fällt mir im richtigen Moment ein.“
liegt oft ein großer Unterschied.
Wenn du regelmäßig Deutsch sprechen und dabei sicherer und spontaner werden möchtest, kannst du den Sprachclub mit einer Schnupperwoche ausprobieren.
Häufige Fragen zum Krankmelden auf Deutsch
Wie kann ich mein Kind kurz krankmelden?
Ein einfacher Satz reicht oft:
„Leider ist Lena krank und kann heute nicht kommen.“
Am Telefon kannst du sagen:
„Guten Morgen, ich möchte meine Tochter für heute krankmelden.“
Wie formuliere ich eine schriftliche Entschuldigung für die Schule?
Eine etwas formellere Variante ist:
„Meine Tochter Lena ist leider krank. Ich bitte Sie, ihr Fehlen zu entschuldigen.“
Muss ich der Schule sagen, was mein Kind hat?
Bei einer gewöhnlichen Krankmeldung reicht häufig die Information, dass dein Kind krank ist und nicht kommen kann. Bei bestimmten ansteckenden Krankheiten oder Läusen gelten besondere Regeln. Beachte deshalb die Informationen deiner Schule oder Kita.
Wie frage ich nach den Hausaufgaben?
Unter Eltern kannst du zum Beispiel schreiben:
„Weißt du, was die Kinder heute aufhatten?“
Oder:
„Kannst du mir vielleicht kurz sagen, was sie in Mathe gemacht haben?“
Was bedeutet „etwas aufhaben“ in der Schule?
etwas aufhaben bedeutet im Schulalltag, Hausaufgaben bekommen zu haben.
„Was haben die Kinder auf?“ heißt also:
„Welche Hausaufgaben haben die Kinder?“
Was kann ich schreiben, wenn ich einen Elternabend verpasst habe?
An eine Lehrkraft kannst du schreiben:
„Ich konnte gestern leider nicht zum Elternabend kommen. Könnten Sie mir sagen, was besprochen wurde?“
Unter Eltern klingt diese Variante natürlicher:
„Ich habe den Elternabend gestern leider verpasst. Weißt du, ob es etwas Wichtiges gab?“
Beim nächsten Mal musst du über diesen Satz nicht mehr nachdenken
Zurück zum Frühstückstisch.
Dein Kind ist krank. Du musst den Tag neu organisieren. Vielleicht wartet schon die erste Nachricht von der Arbeit auf dich, irgendwo steht noch eine Brotdose und eigentlich möchtest du dich erst einmal um dein Kind kümmern.
Dann brauchst du kein besonders elegantes Deutsch.
Du brauchst einen Satz, der funktioniert:
„Leider ist Lena krank und kann heute nicht kommen.“
Fertig.
Und beim nächsten kranken Morgen hast du wahrscheinlich immer noch genug zu organisieren. Aber über diesen einen Satz musst du wenigstens nicht mehr nachdenken.
Genau darum geht es mir beim Deutschlernen: nicht möglichst viele Regeln zu kennen, sondern in den Situationen, die wirklich passieren, sagen zu können, was du sagen möchtest.
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