10 umgangssprachliche Sätze auf Deutsch – Alltagsdeutsch mit Beispielen
- Charlotte

- vor 6 Stunden
- 7 Min. Lesezeit
Heute habe ich 10 umgangssprachliche Ausdrücke für dich.
Im Kurs lernst du ja Standarddeutsch – und klar: Das ist korrekt, und Muttersprachler benutzen das definitiv auch.
Aber im Alltag gibt es auch Varianten, die du vielleicht nicht in jeder Situation sagen solltest. Zum Beispiel in einem formellen Meeting. Da sind die Sätze aus dem Kurs sicherer. Aber wenn du mit Freunden oder Kollegen sprichst, dann hörst du auch die Sätze aus dieser Episode.
Hier kannst du die passende Episode im Uplevel Your German Podcast anhören:
In diesem Beitrag lernst du 10 Redewendungen aus der deutschen Umgangssprache, die du im Alltag in Deutschland oft hörst. Ich erkläre dir jede Redewendung auf B1-Niveau und zeige dir mehrere Beispiele im Kontext.
Diese 10 Sätze lernst du heute:
1) Das ist mir Wurst
Unseren ersten Satz hörst du wirklich ständig: „Ist mir Wurst.“ Oder auch: „Ist mir wurscht.“.
Das hat nichts mit der Wurst zu tun, die du essen kannst. Es bedeutet einfach: Es ist mir egal. Ich habe keine feste Meinung dazu.
Und du kannst das steigern mit: „Ist mir völlig Wurst.“ Also: wirklich komplett egal.
Ich gebe dir mal ein Beispiel aus dem Alltag: Wir bekommen am Wochenende Besuch. Ich bitte meinen Mann: „Kannst du bitte saugen?“
Und er fragt: „Soll ich zuerst den Flur oder das Wohnzimmer saugen?“
Dann antworte ich vielleicht: „Das ist wurscht, das kommt aufs Gleiche raus.“
Also: Mir ist es egal, Hauptsache, es wird gemacht.
Aber: Es kommt natürlich auf die Situation an. Unter Freunden oder in der Familie klingt das ganz normal. Wenn jemand dich aber ernsthaft um eine Entscheidung bittet, kann es ein bisschen kühl wirken. Dann ist so etwas wie „ist mir egal“ oder „mir ist beides recht“ manchmal netter.
Beispiel:
„Wollen wir heute Pizza oder Lasagne essen?“
Wenn es dem anderen auch egal ist, passt: „Ist mir Wurst, ich mag beides gern.“
Wenn er aber liebevoll etwas besonders Schönes für dich kochen möchte, dann sag vielleicht lieber: „Mir ist beides recht“ oder „das klingt beides toll“.
2) Ich verstehe nur Bahnhof.
Nummer zwei ist ein Klassiker: „Ich versteh nur Bahnhof.“
Damit sagst du: Ich verstehe überhaupt nichts.
Und das ist nicht unbedingt „ich bin dumm“, sondern eher: Es ist zu schnell, zu kompliziert, zu viel auf einmal. Vielleicht kennst du diese Momente: Alle reden durcheinander – du willst folgen – aber du bist innerlich einfach raus.
Mit einem Bahnhof hat das übrigens auch wieder nichts zu tun.
Beispiele:
„Kannst du mir erklären, wie diese App funktioniert? Ich soll hier drücken, dann das eingeben … aber dann passiert nichts …“
– „Du, ganz ehrlich: Die Anleitung ist mir auch zu kompliziert. Ich versteh nur Bahnhof.“
Oder:
Du bist in einem Meeting. Alle sprechen gleichzeitig, sie reden durcheinander. Du fragst deine Kollegin leise: „Weißt du, worum es geht?“
– „Nee, ich versteh auch nur Bahnhof.“
Oder: „Er hat mir das schon dreimal erklärt – es ist bestimmt ganz logisch, aber ich versteh nur Bahnhof.“
3) Das ist ein Klacks
Genau das Gegenteil ist: „Das ist ein Klacks.“
Das heißt: das ist super einfach, überhaupt kein Problem.
Zum Beispiel:
„Denkst du, dass Jan mir diese Aufgabe erklären kann? Sie ist so kompliziert und er hat viel Stress …“
– „Klar doch. Für Jan ist das ein Klacks.“
Also: Diese Aufgabe ist sehr schwierig, aber Jan kann das – für ihn ist sie einfach.
Du kannst das auch über dich sagen. Jemand bittet dich um etwas. Oder jemand findet es großartig, was du gemacht hast. Und du antwortest:
„Ach, ich habe das schon so oft gemacht, das ist mein Beruf – für mich ist das ein Klacks.“
Ein Klacks kann auch bedeuten: ganz wenig Geld, also ein unbedeutender Betrag.
Zum Beispiel: Ein ganz reicher Mann möchte in einem schicken Restaurant essen. Für dich und für mich ist das viel zu teuer. Aber für ihn ist die Rechnung ein Klacks.
Tipp:
4) Das ging voll in die Hose
Jetzt kommt ein Satz für alles, was schiefgeht: „Das ging voll in die Hose.“
Bei kleinen Kindern passiert es, dass sie nicht schnell genug auf die Toilette gehen. Dann geht es in die Hose.
Und ich kann mich jetzt zum Glück nicht mehr so genau an diese Situation in meiner Kindheit erinnern – aber ungefähr so stellen wir uns dieses Gefühl vor:
Oh nein. Das war gar nicht gut. Das ging voll daneben.
Denn es gibt noch eine zweite Alltagsvariante: „Das ging voll daneben.“ Das bedeutet auch: Es ist schiefgegangen.
Aber lass uns noch Beispiele machen – zu „das ging voll in die Hose“:
„Ich wollte vor meinem Chef einen Witz machen – aber der ging voll in die Hose.“Er hat mich nur böse angeschaut und gesagt: „Gut, dann arbeiten wir mal weiter.“
Oder: „Unser Plan war eigentlich gut, aber die Umsetzung ging voll in die Hose.“
5) Schwamm drüber.
„Schwamm drüber“ hörst du, wenn jemand Frieden möchte.
Der Schwamm ist dieses Ding, das Wasser aufsaugt – also ein sponge.
Aber „Schwamm drüber“ heißt: Okay. Wir lassen das jetzt. Wir vergessen das Thema. Ich will jetzt nicht weiter darüber reden.
Und das ist typisch nach kleinen Konflikten oder wenn jemand einen Fehler gemacht hat.
Beispiele:
„Entschuldigung, ich habe mich blöd verhalten.“
– „Schon gut. Schwamm drüber.“
Oder:
„Tut mir leid, dass der Kinofilm, den ich ausgesucht habe, so schlecht war.“
– „Schwamm drüber. Das nächste Mal schaue ich einfach mit ins Programm.“
6) Das ist der Hammer / Das ist geil.
Wenn etwas richtig toll ist, sagst du: „Das ist der Hammer“ – oder auch: „das ist geil“.
„Der Hammer“ ist normalerweise das Werkzeug, mit dem du Nägel in die Wand schlägst. Und „geil“ … das ist ein Wort, das ich vor meinen Eltern als Teenager noch nicht sagen durfte.
Damals habe ich es gerade deswegen dauernd benutzt und mich ganz rebellisch gefühlt. Heute benutze ich es wahrscheinlich nicht mehr so oft – aber es klingt okay für mich.
Nur: Vor älteren Leuten würde ich „geil“ eher nicht sagen. Und in einem formellen Meeting natürlich auch nicht. Aber unter Freunden ist es heute ein normales Alltagswort.
Beispiele:
„Der Computer ist um 50 % reduziert!“
– „Wow, das ist echt der Hammer!“
Oder:
„Genau, das Angebot ist echt geil.“
Und oft hörst du auch nur ganz kurz
„Hammer!“
Oder sogar: „Hammerhart!“
Oder: „geil!“
Oder: „Wow, das ist richtig geil!“
Es gibt also unendlich viele Varianten. Achte mal darauf, was du alles hörst.
7) Ich bin auf 180!
Aber nicht alles im Leben ist schön.
Vielleicht steht dieses Angebot für den neuen Computer im Prospekt – und im Geschäft hörst du dann: „Nein, das gilt nur, wenn man auch einen Drucker kauft.“
Du bist wütend. Nicht nur wütend, sondern: auf 180.
Wenn jemand auf 180 ist, dann geht man ihm vielleicht lieber aus dem Weg. Das ist wirklich ernst.
Beispiele:
„Als ich das gelesen habe, war ich sofort auf 180.“
„Der neue Kollege hat mich ständig unterbrochen – am Ende war ich auf 180.“
Und oft hört man es zusammen mit „innerlich“, also: in dir drin:
„Ich bleibe nach außen ruhig, aber innerlich bin ich auf 180.“
8) Ich muss (jetzt echt) Gas geben.
„Auf 180“ – da denkt man schnell ans Autofahren. Und unsere Nummer acht ist auch ein Satz, der beim Autofahren passt.
Du hörst ihn besonders oft, wenn Leute Stress haben: „Ich muss Gas geben.“Oder wir sagen oft: „Ich muss jetzt echt Gas geben.“
Das heißt: Ich muss mich jetzt anstrengen. Ich muss schneller werden. Ich muss mehr machen.
Beispiele:
„Nächste Woche ist meine Prüfung. Ich habe noch nichts gelernt. Ich muss jetzt echt Gas geben.“
Oder:
„Wenn wir pünktlich sein wollen, müssen wir Gas geben.“
Das kann beim Autofahren sein – aber vielleicht müssen wir auch einfach nur schneller gehen.
Tipp:
Oft hörst du auch: „Ich muss jetzt halt Gas geben.“ Hier kannst du mehr über das Wort „halt“ nachlesen und die passende Podcast-Episode anhören >>>
9) Bleib mal locker.
Vielleicht bist du wirklich nervös und hast Angst, zu spät zu kommen. Aber ich weiß: Die Party beginnt zwar um acht, aber man kann auch später kommen.
Also sage ich: „Entspann dich“ oder: „bleib mal locker.“
„Bleib mal locker“ kannst du übrigens auch sagen, wenn jemand wütend ist – wenn er also auf 180 ist:
„Hey, alles ist gut. Bleib ganz locker. Wir werden das Problem lösen.“
Oder:
Vor der Präsentation waren alle aufgeregt. Nur Maria ist ganz locker geblieben und hat sogar noch Smalltalk gemacht.
10) Von nix kommt nix.
Noch ein typischer Satz, der positiv oder negativ sein kann:
„Von nix kommt nix.“
„Nix“ ist die umgangssprachliche Form von „nichts“. Du hörst auch: „Von nichts kommt nichts.“
Das bedeutet so viel wie: Ohne Anstrengung gibt es keinen Erfolg.
Wenn also dein Sohn oder deine Tochter nicht für die Klassenarbeit geübt hat und dann kommt die 5 nach Hause, dann sagst du:
„Tja. Von nix kommt nix. So ist das eben.“
Aber es geht auch andersrum: Dein Sohn oder deine Tochter hat eine tolle Note bekommen – eine 2 oder sogar eine 1. Aber davor hat er oder sie wirklich viel gelernt. Dann kannst du auch sagen:
„Naja, die Lernerei hat sich gelohnt – von nix kommt nix.“
Also: Die gute Note war die direkte Belohnung für den Fleiß, für die harte Arbeit.
Und wenn du bis hierher gelesen hast, dann hast du auch ein Lob verdient. Du hast hoffentlich neue umgangssprachliche Sätze gelernt und dich verbessert. Von nichts kommt nichts – aber du bleibst dran, und das wirst du im Alltag und im Gespräch merken.
Häufige Fragen:
Was bedeutet „Ist mir Wurst“?
Es bedeutet: Es ist mir egal. Ich habe keine feste Meinung dazu.
Wann sagt man „Schwamm drüber“?
Nach einem kleinen Streit oder Fehler, wenn man das Thema beenden und Frieden machen möchte.
Ist „geil“ unhöflich?
Es ist sehr umgangssprachlich. Unter Freunden ist es oft okay, in formellen Situationen solltest du es vermeiden.
Was heißt „Ich versteh nur Bahnhof“?
Du verstehst überhaupt nichts, z. B. weil es zu schnell oder zu kompliziert ist.
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