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Schon, noch und erst im Deutschen: Bedeutung, Unterschied und Beispiele

Du sitzt vielleicht in der Küche, wartest auf das Abendessen und fragst: „Ist das Essen schon fertig?“ Die Antwort ist: „Noch nicht.“ Und ein paar Minuten später sagt jemand: „Wir essen erst in zehn Minuten.“ Wahrscheinlich verstehst du die Situation sofort. Aber wenn du selbst Deutsch sprichst, fragst du dich vielleicht: Warum sagt man hier „schon“, dort „noch“ und dann plötzlich „erst“?



Podcastfolge anhören: Schon, noch und erst im Deutschen


Zu diesem Artikel gibt es auch eine passende Folge von Uplevel Your German. Dort hörst du die Beispiele direkt im Zusammenhang und bekommst ein besseres Gefühl dafür, wie „schon“, „noch“ und „erst“ im gesprochenen Deutsch klingen.



Das ist ein sehr typisches Problem beim Deutschlernen. Nicht, weil du die Wörter nicht kennst, sondern weil sie im Deutschen sehr viel Bedeutung tragen. „Schon“, „noch“ und „erst“ sind kurz, aber sie zeigen oft nicht nur eine Zeit. Sie zeigen auch, was jemand denkt oder fühlt.


Vielleicht klingt ein Satz überrascht. Vielleicht klingt er ungeduldig. Vielleicht klingt er positiv, weil jemand den eigenen Fortschritt sieht. Genau deshalb lohnt es sich, diese drei Wörter nicht nur zu übersetzen, sondern wirklich zu verstehen.

In diesem Artikel bekommst du eine klare Erklärung zu „schon“, „noch“ und „erst“. Du lernst den Unterschied, siehst viele Beispiele aus Alltag und Beruf und bekommst typische Sätze, die du direkt benutzen kannst.


Kurz erklärt: Was bedeuten schon, noch und erst?


„Schon“ bedeutet oft, dass etwas bereits passiert ist oder weiter ist, als man erwartet hat.

Beispiel:

„Ich bin schon da.“= Ich bin bereits angekommen.


„Noch“ bedeutet oft, dass etwas weitergeht, noch vorhanden ist oder bis jetzt nicht passiert ist.

Beispiel:

„Ich bin noch nicht fertig.“= Ich arbeite weiter daran.


„Erst“ bedeutet oft, dass etwas nicht früher passiert oder weniger lang dauert, als man vielleicht denkt.

Beispiel:

„Ich komme erst um acht.“= Ich komme nicht vor acht.


Der wichtigste Unterschied liegt oft nicht in der Zeit selbst, sondern im Gefühl. Vergleiche diese beiden Sätze:

  • „Ich lerne schon seit sechs Monaten Deutsch.“

  • „Ich lerne erst seit sechs Monaten Deutsch.“


Die Zeit ist gleich: sechs Monate. Aber der erste Satz klingt nach Fortschritt. Der zweite Satz klingt nach einem Anfang.



Schon, noch und erst im Vergleich

Wort

Grundidee

Typische Bedeutung

Beispiel

schon

etwas ist früher passiert oder weiter als erwartet

already, bereits

Ich bin schon da.

noch

etwas geht weiter, ist übrig oder ist bis jetzt nicht passiert

still, yet, one more

Ich bin noch nicht fertig.

erst

etwas passiert nicht früher oder die Zeit wirkt kurz

not until, only with time

Ich komme erst um acht.

schon mal

Erfahrung oder Vorbereitung

ever, already started

Warst du schon mal in Berlin?

schon wieder

etwas passiert erneut, oft mit Gefühl

again

Der Zug hat schon wieder Verspätung.

noch nicht

bis jetzt nicht

not yet

Ich habe noch nicht gegessen.

Diese Tabelle gibt dir einen Überblick. Aber bei schon, noch und erst reichen einzelne Übersetzungen oft nicht. Am besten lernst du sie in ganzen Sätzen, weil du dann auch das Gefühl im Satz besser verstehst.



Was bedeutet „schon“ auf Deutsch?


„Schon“ wird oft mit „already“ übersetzt. Das ist für den Anfang richtig und hilfreich.


Wenn du sagst: „Ich bin schon da.“ dann meinst du: Ich bin bereits angekommen. Vielleicht bin ich sogar früher da, als du gedacht hast.


Weitere Beispiele:

  • „Hast du schon gegessen?“

  • „Ich habe die E-Mail schon beantwortet.“

  • „Wir haben den Termin schon bestätigt.“

  • „Ich habe das Formular schon abgeschickt.“


In diesen Sätzen zeigt „schon“: Etwas ist erledigt. Es ist nicht mehr offen.


Das ist im Alltag sehr praktisch. Wenn dein Bankberater fragt:

„Haben Sie das Formular schon abgeschickt?“


Dann kannst du antworten:

„Ja, ich habe es gestern schon abgeschickt.“


Du sagst damit nicht nur, dass du das Formular abgeschickt hast. Du sagst auch: Mein Teil ist erledigt. Ich habe daran gedacht.


Auch im Beruf brauchst du dieses „schon“ ständig:

  • „Ich habe den Kunden schon angerufen.“

  • „Ich habe die Präsentation schon vorbereitet.“

  • „Ich habe den Link schon geschickt.“

  • „Ich habe schon mit Frau Müller gesprochen.“


Diese Sätze klingen klar, ruhig und professionell.



Was bedeutet „schon mal“?


„Schon mal“ ist besonders wichtig, weil es zwei verschiedene Bedeutungen haben kann.


Die erste Bedeutung ist: Ich habe etwas vorbereitet.


Beispiele:

  • „Ich habe schon mal Kaffee gemacht.“

  • „Ich habe schon mal die Unterlagen ausgedruckt.“

  • „Ich habe schon mal geschaut, wann der nächste Zug fährt.“

  • „Ich habe schon mal recherchiert, welche Hotels noch frei sind.“


Hier bedeutet „schon mal“ ungefähr: Ich habe einen Teil der Arbeit bereits gemacht. Das klingt proaktiv.


Im Büro kannst du zum Beispiel sagen:

  • „Ich habe schon mal ein paar Ideen gesammelt.“

  • „Ich habe schon mal die wichtigsten Punkte notiert.“

  • „Ich habe schon mal einen Entwurf vorbereitet.“


Das klingt sehr natürlich und zeigt: Du hast angefangen. Du bist nicht passiv.


Die zweite Bedeutung von „schon mal“ ist: Das ist irgendwann in deinem Leben passiert.


Beispiele:

  • „Warst du schon mal in Berlin?“

  • „Hast du schon mal eine Brezel gegessen?“

  • „Hast du schon mal einen deutschen Film ohne Untertitel gesehen?“

  • „Warst du schon mal auf einem Volksfest?“


Hier geht es nicht um Vorbereitung, sondern um Erfahrung.


Du kannst antworten:

  • „Ja, ich war schon mal in Berlin.“

  • „Nein, ich war noch nie in Berlin.“

  • „Ja, ich habe schon mal einen deutschen Film ohne Untertitel gesehen, aber es war schwierig.“


Merke dir also: „Schon mal“ kann Vorbereitung oder Erfahrung bedeuten. Die Situation zeigt dir, welche Bedeutung gemeint ist.



Was bedeutet „schon wieder“?


„Schon wieder“ bedeutet: Etwas passiert noch einmal. Oft klingt der Satz genervt, überrascht oder ungläubig.


Beispiele:

  • „Du hast schon wieder den Schlüssel vergessen.“

  • „Der Zug hat schon wieder Verspätung.“

  • „Es regnet schon wieder.“

  • „Mein Computer funktioniert schon wieder nicht.“


In diesen Sätzen ist „schon wieder“ nicht neutral. Es bedeutet nicht nur: Es passiert noch einmal. Es bedeutet auch: Das ist nicht das erste Mal, und genau das ist das Problem.


Aber „schon wieder“ kann auch erstaunt klingen:

  • „Es ist schon wieder Freitag!“

  • „Wir haben schon wieder Juni.“

  • „Das Kind ist schon wieder gewachsen.“


Hier bedeutet es: Die Zeit ist schnell vergangen. Schneller, als man erwartet hat.


Das ist typisch für „schon“: Es gibt nicht nur eine Information. Es zeigt auch, wie jemand die Situation erlebt.



Was bedeutet „Schon, aber ...“?


Vielleicht hörst du in Gesprächen oft:

„Schon, aber ...“


Oder:

„Ja schon, aber ...“


Das ist eine sehr typische Form im Deutschen. Sie bedeutet: Ich verstehe deinen Punkt. Ich stimme teilweise zu. Aber ich sehe auch ein Problem.


Beispiele:

  • „Das ist schon eine gute Idee, aber wir haben im Moment keine Zeit.“

  • „Ja schon, aber das wird ziemlich teuer.“

  • „Das stimmt schon, aber wir müssen auch an die anderen denken.“

  • „Ich verstehe dich schon, aber ich sehe das ein bisschen anders.“


Das ist keine harte Ablehnung. Es ist eher eine Zustimmung mit Einschränkung.


Für Gespräche ist diese Form sehr hilfreich. Wenn du „Ja schon, aber ...“ hörst, bedeutet das nicht automatisch, dass deine Idee schlecht ist. Die andere Person sagt eher: Ich habe dich verstanden, aber ich möchte noch einen anderen Punkt ergänzen.



Wann benutzt man „noch“ im Deutschen?


„Noch“ hat ein anderes Grundgefühl als „schon“. Es zeigt oft: Etwas ist nicht vorbei. Etwas geht weiter. Etwas ist bis jetzt so geblieben.


Beispiele:

  • „Ich bin noch nicht fertig.“

  • „Sie wohnt noch in München.“

  • „Ich arbeite noch an dem Text.“

  • „Der Laden ist noch geöffnet.“

  • „Wir sind noch unterwegs.“


Wenn du sagst:

„Ich bin noch nicht fertig“,

dann klingt das nicht wie: Ich habe nichts gemacht. Es klingt eher wie: Ich arbeite daran, aber ich brauche mehr Zeit.


Das ist ein wichtiger Unterschied. Gerade wenn du dich auf Deutsch erklären möchtest, kann „noch“ sehr hilfreich sein.


Du kannst sagen:

  • „Ich habe die Aufgabe noch nicht ganz verstanden.“

  • „Ich bin mit dem Formular noch nicht fertig.“

  • „Ich habe die Antwort noch nicht bekommen.“

  • „Ich kenne den Weg noch nicht so gut.“

  • „Ich spreche noch nicht so flüssig, aber ich werde sicherer.“


Diese Sätze sind ehrlich und klingen natürlich. Sie zeigen: Es ist noch nicht perfekt, aber es ist ein Prozess.



„Noch“ für Dinge, die übrig sind


„Noch“ kann auch bedeuten: Etwas ist noch da. Es ist übrig.


Beispiele:

  • „Haben wir noch Brot?“

  • „Ist noch Kaffee da?“

  • „Gibt es noch freie Plätze?“

  • „Hast du noch Geld dabei?“

  • „Wir haben noch zwei Eier im Kühlschrank.“


Hier geht es nicht um Zeit, sondern um Menge.


Im Alltag hörst du das ständig:

Beim Bäcker:

„Haben Sie noch Vollkornbrot?“


Im Restaurant:

„Haben Sie noch einen Tisch für zwei Personen frei?“


Zu Hause:

„Ist noch Milch im Kühlschrank?“


Im Deutschkurs:

„Haben wir noch Zeit für eine Frage?“


Dieses „noch“ brauchst du sehr oft, weil es so viele kleine Alltagssituationen beschreibt.



„Noch einen Kaffee?“: Noch als „ein weiterer“


„Noch“ kann auch bedeuten: zusätzlich oder ein weiterer. Auf Englisch oft: one more or another.


Beispiele:

  • „Möchtest du noch einen Kaffee?“

  • „Ich nehme noch ein Wasser.“

  • „Hast du noch eine Frage?“

  • „Wir brauchen noch einen Stuhl.“

  • „Ich lese noch ein Kapitel.“


Stell dir vor, du sitzt bei einer Freundin am Küchentisch. Ihr habt schon Kaffee getrunken. Sie fragt:

„Möchtest du noch einen Kaffee?“


Das bedeutet: Möchtest du eine weitere Tasse Kaffee?


Du hörst dieses „noch“ in vielen Situationen:

  • „Möchtest du noch ein Stück Kuchen?“

  • „Soll ich dir noch etwas mitbringen?“

  • „Darf es noch etwas sein?

  • “„Kommt noch jemand?“

Der Satz „Darf es noch etwas sein?“ ist besonders typisch im Geschäft, beim Bäcker oder an der Theke. Er bedeutet: Möchten Sie zusätzlich noch etwas kaufen?



„Noch einen Moment“: Bitte kurz warten


Ein sehr wichtiger Ausdruck ist:

„Noch einen Moment.“

Oder:

„Einen Augenblick noch.“


Das bedeutet: Bitte warte kurz. Es dauert nicht mehr lange.


Beispiele:

  • „Noch einen Moment, bitte.“

  • „Ich bin gleich da, nur noch eine Minute.“

  • „Warten Sie bitte noch kurz.“

  • „Ich brauche noch einen Augenblick.“


Du hörst das am Telefon, beim Arzt, im Geschäft oder in einer Behörde.


Am Telefon:

„Einen Moment noch, ich verbinde Sie.“


In der Arztpraxis:

„Bitte nehmen Sie noch kurz Platz.“


Im Alltag:

„Ich komme gleich, ich brauche noch zwei Minuten.“


Hier hilft dir „noch“, freundlich zu erklären, dass etwas gleich passiert, aber eben nicht sofort.



Was bedeutet „erst“ bei Zeitangaben?


Jetzt kommen wir zu „erst“. Viele Deutschlerner finden „erst“ schwierig, besonders wenn sie Englisch sprechen.


„Erst“ bedeutet bei Zeitangaben oft: nicht früher als. Auf Englisch kannst du je nach Satz „not until“ oder manchmal „only“ sagen.


Beispiele:

  • „Ich komme erst um acht.“ = Ich komme nicht vor acht.

  • „Ich kann erst ab drei.“ = Vor drei habe ich keine Zeit.

  • „Der Termin ist erst nächste Woche.“ = Der Termin ist nicht diese Woche.

  • „Ich habe erst am Freitag Zeit.“ = Vor Freitag geht es nicht.


Das brauchst du bei Terminen ständig.

  • „Ich kann erst nach der Arbeit.“

  • „Ich bin erst morgen wieder im Büro.“

  • „Der Kurs beginnt erst im Oktober.“

  • „Ich sehe die Nachricht erst jetzt.“


In allen diesen Sätzen bedeutet „erst“: nicht früher.



Warum sagt man „erst“ und nicht „nur“?


Hier passiert ein sehr häufiger Fehler.


Im Englischen sagst du vielleicht:

„I can only come at twelve.“


Viele Deutschlerner übersetzen „only“ automatisch mit „nur“. Das ist manchmal richtig:

  • „I only have ten euros.“ = „Ich habe nur zehn Euro.“

  • „I only want water.“ = „Ich möchte nur Wasser.“


Aber bei Zeitangaben brauchst du im Deutschen sehr oft „erst“.


Richtig ist:

„Ich kann erst um zwölf kommen.“

Das bedeutet: Vor zwölf kann ich nicht kommen.


„Ich kann nur um zwölf kommen“ ist nicht immer falsch, aber es bedeutet etwas anderes. Es klingt eher so: Nur dieser eine Zeitpunkt ist möglich, kein anderer.


Vergleiche:

  • „Ich kann erst um zwölf.“= Vor zwölf geht es nicht.

  • „Ich kann nur um zwölf.“= Zwölf Uhr ist der einzige mögliche Zeitpunkt.


Das ist ein kleiner Unterschied, aber im Alltag kann er wichtig sein.



Was ist der Unterschied zwischen „schon“ und „erst“?


Der Unterschied zwischen „schon“ und „erst“ ist besonders wichtig, weil beide über dieselbe Zeit sprechen können. Aber sie zeigen eine andere Bewertung.


Vergleiche:

  • „Ich lerne schon seit sechs Monaten Deutsch.“

  • „Ich lerne erst seit sechs Monaten Deutsch.“


Die Zeit ist gleich. Aber das Gefühl ist anders.

  • „Ich lerne schon seit sechs Monaten Deutsch“

    klingt so: Sechs Monate sind eine gute Zeit. Ich habe bereits Fortschritte gemacht.

  • „Ich lerne erst seit sechs Monaten Deutsch“

  • klingt so: Sechs Monate sind noch nicht so lang. Ich stehe noch am Anfang.


Noch ein Beispiel:

  • „Mein Kind ist schon zehn.“ Das klingt vielleicht überrascht: Die Zeit ist schnell vergangen.

  • „Mein Kind ist erst zehn.“ Das klingt eher so: Das Kind ist noch jung.

Oder:

  • „Sie arbeitet schon seit zwanzig Jahren in der Firma.“ Das klingt nach viel Erfahrung.

  • „Sie arbeitet erst seit zwei Monaten in der Firma.“ Das klingt nach Anfang. Sie ist noch neu.


Merke dir diesen Satz:

„Die Zahl nennt die Fakten. Aber schon und erst zeigen deine Haltung.“


Haltung bedeutet hier: deine innere Einstellung zu einer Situation. Auf Englisch: attitude.



Typische Fehler mit schon, noch und erst


Diese drei Wörter sind klein, aber sie führen oft zu Fehlern. Hier sind die wichtigsten.


  1. „Only“ immer mit „nur“ übersetzen

Nicht optimal, wenn es um Zeit geht:„Ich komme nur um acht.“

Besser:„Ich komme erst um acht.“

Wenn du sagen möchtest: Vor acht geht es nicht, brauchst du „erst“.


  1. „Noch“ weglassen

Grammatisch möglich:„Ich bin nicht fertig.“

Natürlicher:„Ich bin noch nicht fertig.“

Mit „noch“ klingt der Satz weicher und genauer. Du sagst: Ich arbeite daran, aber ich brauche mehr Zeit.


  1. „Schon“ und „erst“ verwechseln

    - „Ich lerne schon seit einem Jahr Deutsch.“ = Ein Jahr ist eine gute Zeit. Ich sehe Fortschritt.

    - „Ich lerne erst seit einem Jahr Deutsch.“ = Ein Jahr ist noch nicht so lang. Ich bin noch am Anfang.

Beide Sätze können richtig sein. Aber sie bedeuten nicht dasselbe.


  1. „Schon mal“ nur als Erfahrung verstehen

„Warst du schon mal in Berlin?“ = Erfahrung

Aber:

„Ich habe schon mal die Unterlagen ausgedruckt.“ = Vorbereitung

Die Bedeutung hängt von der Situation ab.


  1. „Schon wieder“ zu wörtlich übersetzen

„Schon wieder“ bedeutet nicht einfach nur „again“. Es zeigt oft ein Gefühl.


  • „Der Zug hat schon wieder Verspätung.“

Das klingt wahrscheinlich genervt.

  • „Es ist schon wieder Freitag.“

Das klingt eher überrascht.



Praktische Sätze für Alltag und Beruf


Hier findest du typische Sätze, die du direkt benutzen kannst.


Im Alltag:

  • „Ich bin schon unterwegs.“

  • „Ich bin noch im Supermarkt.“

  • „Ich komme erst später.“

  • „Haben wir noch Brot?“

  • „Möchtest du noch einen Kaffee?“

  • „Ich habe noch nicht gegessen.“

  • „Ich bin schon fast fertig.“

  • „Ich brauche noch einen Moment.“

  • „Der Film beginnt erst um acht.“

  • „Ich war schon mal in Hamburg.“


Im Beruf:

  • „Ich habe die E-Mail schon beantwortet.“

  • „Ich arbeite noch an der Präsentation.“

  • „Ich kann erst ab 15 Uhr.“

  • „Ich habe schon mal ein paar Ideen gesammelt.“

  • „Wir brauchen noch eine Entscheidung.“

  • „Der Termin ist erst nächste Woche.“

  • „Das stimmt schon, aber wir müssen den Zeitplan beachten.“

  • „Ich habe die Unterlagen schon vorbereitet.“

  • „Ich habe noch keine Rückmeldung bekommen.“

  • „Ich bin erst morgen wieder erreichbar.“


Beim Deutschlernen:

  • „Ich lerne erst seit einem Jahr Deutsch, aber ich verstehe schon viel.“

  • „Ich kann noch nicht alles sagen, aber ich werde sicherer.“

  • „Ich habe schon viele neue Wörter gelernt.“

  • „Ich brauche noch mehr Übung beim Sprechen.“

  • „Ich kann erst langsam antworten, aber ich mache Fortschritte.“

  • „Ich habe schon mal versucht, einen deutschen Podcast ohne Transkript zu hören.“

  • „Ich verstehe noch nicht jedes Wort, aber ich verstehe schon die Hauptidee.“


Besonders hilfreich ist dieser Satz:

„Ich lerne erst seit einem Jahr Deutsch, aber ich verstehe schon viel.“


Dieser Satz ist ehrlich und freundlich zu dir selbst. Du sagst: Die Zeit ist noch kurz, aber da ist schon Fortschritt.



Ein Merksatz für schon, noch und erst


Wenn du dir nur eine Sache merken möchtest, dann vielleicht diese:

  • „Schon“ schaut auf den Fortschritt.

  • „Noch“ schaut auf das, was weitergeht.

  • „Erst“ schaut auf das, was nicht früher möglich ist.


Oder noch konkreter:

„Ich lerne erst seit einem Jahr Deutsch, aber ich verstehe schon viel und brauche noch Übung beim Sprechen.“


In diesem einen Satz hast du alle drei Wörter:

  • „erst seit einem Jahr“ = Die Zeit ist noch kurz.

  • „schon viel“ = Da ist Fortschritt.

  • „noch Übung“ = Der Prozess geht weiter.


Oder:

„Ich arbeite erst seit kurzem in der Firma, aber ich fühle mich schon wohler und habe noch viele Fragen.“


Solche Sätze sind sehr nützlich, weil sie nicht negativ klingen. Sie zeigen, dass du lernst, Fortschritte machst und trotzdem realistisch bist.



Kleine Übung: Schon, noch oder erst?


Setze „schon“, „noch“ oder „erst“ ein.

  1. Ich bin ___ nicht fertig.

  2. Der Termin ist ___ nächste Woche.

  3. Hast du die E-Mail ___ beantwortet?

  4. Ich lerne ___ seit sechs Monaten Deutsch, aber ich verstehe ___ viel.

  5. Haben wir ___ Kaffee?

  6. Ich kann ___ um 18 Uhr kommen.

  7. Warst du ___ mal in Hamburg?

  8. Es ist ___ wieder Montag.

  9. Ich brauche ___ einen Moment.

  10. Ich habe die Unterlagen ___ mal vorbereitet.


Die Lösung findest du am Ende des Artikels



Wenn du weiterüben möchtest, schreibe drei Sätze über dein Leben:

  • „Ich lerne erst seit ... Deutsch, aber ich kann schon ...“

  • „Ich wohne noch nicht lange in Deutschland, aber ...“

  • „Ich kann erst ..., aber ich habe schon ...“


Sprich die Sätze am besten laut. Gerade bei kleinen Wörtern hilft es sehr, sie in echten Sätzen zu hören und zu sagen.



Warum echte Gespräche bei diesen Wörtern helfen


„Schon“, „noch“ und „erst“ lernst du nicht nur durch Regeln. Du lernst sie vor allem, wenn du sie immer wieder in echten Situationen hörst und selbst benutzt.


Im Gespräch merkst du plötzlich:

„Ah, hier sagt man nicht nur, sondern erst.“„Hier klingt schon natürlicher.“„Hier brauche ich noch, weil die Situation nicht abgeschlossen ist.“


Genau deshalb ist regelmäßiges Sprechen so wichtig. Im CharLingua Sprachclub sprechen wir über Alltag, Beruf, Kultur und echte Situationen in Deutschland. Solche kleinen Wörter kommen dabei immer wieder vor, nicht als trockene Grammatik, sondern in echten Sätzen.


Wenn du Deutsch schon gut verstehst, aber beim Sprechen noch unsicher bist, kann regelmäßige Konversation dir helfen. Du kannst mit einer Testwoche starten und ausprobieren, wie es sich anfühlt, öfter Deutsch zu sprechen.




Zusammenfassung: Das solltest du dir merken


„Schon“, „noch“ und „erst“ sind kleine Wörter, aber sie machen einen großen Unterschied.

  • „Schon“ zeigt oft: Etwas ist bereits passiert oder weiter als erwartet.

  • „Noch“ zeigt oft: Etwas geht weiter, ist übrig oder ist bis jetzt nicht passiert.

  • „Erst“ zeigt oft: Etwas passiert nicht früher oder die Zeit wirkt kürzer als erwartet.


Der wichtigste Unterschied ist vielleicht dieser:

  • „Ich lerne schon seit einem Jahr Deutsch.“ = Ein Jahr ist viel. Ich sehe meinen Fortschritt.

  • „Ich lerne erst seit einem Jahr Deutsch.“ = Ein Jahr ist noch nicht so lang. Ich bin noch am Anfang.


Beide Sätze können richtig sein. Es kommt darauf an, was du sagen möchtest.


Und vielleicht ist genau das eine gute Erinnerung für dein Deutschlernen:

„Ich lerne erst seit einiger Zeit Deutsch, aber ich kann schon viel mehr, als ich denke. Und ich brauche noch Übung, damit ich sicherer werde.“


Das ist nicht nur grammatisch richtig. Es ist auch viel freundlicher zu dir selbst.


FAQ: Schon, noch und erst im Deutschen

Was ist der Unterschied zwischen „schon“ und „erst“?

„Schon“ zeigt oft, dass etwas früher passiert ist oder länger dauert, als man erwartet hat. „Erst“ zeigt oft, dass etwas nicht früher passiert oder dass eine Zeit kürzer wirkt. „Ich lerne schon seit sechs Monaten Deutsch“ klingt nach Fortschritt. „Ich lerne erst seit sechs Monaten Deutsch“ klingt nach Anfang.

Wann benutzt man „noch“?

„Noch“ benutzt du, wenn etwas weitergeht, noch vorhanden ist oder bis jetzt nicht passiert ist. Beispiele sind: „Ich bin noch nicht fertig“, „Haben wir noch Brot?“ oder „Sie wohnt noch in München.“

Was bedeutet „schon mal“ auf Deutsch?

„Schon mal“ kann eine Erfahrung beschreiben: „Warst du schon mal in Berlin?“ Es kann aber auch Vorbereitung bedeuten: „Ich habe schon mal die Unterlagen ausgedruckt.“

Was bedeutet „schon wieder“?

„Schon wieder“ bedeutet, dass etwas erneut passiert. Oft klingt es genervt oder überrascht. „Der Zug hat schon wieder Verspätung“ klingt genervt. „Es ist schon wieder Freitag“ klingt eher überrascht.

Warum sagt man „Ich komme erst um acht“ und nicht „Ich komme nur um acht“?

Bei Zeitangaben bedeutet „erst“: nicht früher als. „Ich komme erst um acht“ heißt: Vor acht kann ich nicht kommen. „Ich kann nur um acht“ bedeutet eher: Nur dieser eine Zeitpunkt ist möglich.

Was bedeutet „noch nicht“?

„Noch nicht“ bedeutet: bis jetzt nicht, aber vielleicht später. „Ich habe noch nicht gegessen“ heißt: Bis jetzt habe ich nicht gegessen, aber ich werde wahrscheinlich später essen.

Was ist der Unterschied zwischen „noch“ und „schon“?

„Noch“ zeigt oft, dass etwas weitergeht oder bis jetzt nicht passiert ist: „Ich arbeite noch.“ „Schon“ zeigt oft, dass etwas bereits passiert ist: „Ich habe die Aufgabe schon erledigt.“

Wie kann ich „schon“, „noch“ und „erst“ üben?

Übe diese Wörter am besten in ganzen Sätzen. Schreibe zum Beispiel: „Ich lerne erst seit ... Deutsch, aber ich verstehe schon ... und brauche noch Übung bei ...“ So verbindest du Grammatik mit deinem echten Leben.


Lösung:

  1. noch

  2. erst

  3. schon

  4. erst, schon

  5. noch

  6. erst

  7. schon

  8. schon

  9. noch

  10. schon


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