Alles unter einen Hut bringen: 7 deutsche Ausdrücke für den Alltag
- Charlotte

- 11. Juni
- 12 Min. Lesezeit
Kennst du diese Tage, an denen du morgens aufstehst und schon denkst: Es ist eigentlich zu viel?
Du hast einen Termin bei der Arbeit. Danach musst du einkaufen, eine wichtige E-Mail beantworten, vielleicht dein Kind abholen oder jemanden anrufen. Und irgendwo in diesem vollen Alltag möchtest du auch noch Deutsch lernen.
Dann fragt dich jemand: „Und, wie läuft’s gerade bei dir?“
Du könntest natürlich sagen: „Es ist gerade viel, aber ich versuche, alles zu machen.“
Das ist richtig. Jeder versteht dich. Aber viele Deutsche würden in dieser Situation wahrscheinlich etwas anderes sagen:
„Ich versuche gerade, alles unter einen Hut zu bringen.“
Oder im gesprochenen Deutsch auch:
„Ich versuche gerade, alles unter einen Hut zu kriegen.“
Genau solche Ausdrücke machen einen großen Unterschied. Nicht, weil du sie unbedingt brauchst, um korrekt Deutsch zu sprechen. Sondern weil sie dir helfen, natürlicher zu klingen und dich im Alltag genauer auszudrücken.
Podcastfolge zu diesen Redewendungen
Wenn du diese Ausdrücke lieber hören möchtest, kannst du hier die passende Podcastfolge von Uplevel Your German anhören:
Kurz erklärt: Was bedeutet „alles unter einen Hut bringen“?
„Alles unter einen Hut bringen“ bedeutet, mehrere wichtige Aufgaben oder Lebensbereiche gleichzeitig zu organisieren. Du benutzt die Redewendung, wenn du zum Beispiel Arbeit, Familie, Termine und Deutschlernen miteinander vereinbaren möchtest.
Du kannst sagen:
„Ich arbeite Vollzeit, habe zwei Kinder und lerne nebenbei Deutsch. Manchmal weiß ich nicht, wie ich das alles unter einen Hut bringen soll.“
Auf Englisch könntest du sagen:
“How can I manage all of this at the same time?”
Die umgangssprachliche Variante ist:
„alles unter einen Hut kriegen“
„Kriegen“ bedeutet hier so viel wie „bekommen“ oder „schaffen“, klingt aber lockerer und gesprochener. In einem formellen Text würde ich eher „alles unter einen Hut bringen“ verwenden. Im Gespräch hörst du aber beide Varianten.
Merke dir:
„alles unter einen Hut bringen“ = neutraler, auch schriftlich gut
„alles unter einen Hut kriegen“ = umgangssprachlicher, im Gespräch häufig
Was bedeutet „alles unter einen Hut bringen“ im Alltag?

Auf einen Blick:
Ausdruck: alles unter einen Hut bringen
Bedeutung: mehrere Dinge gleichzeitig organisieren oder miteinander vereinbaren
Typische Situation: Arbeit, Familie, Deutschkurs, Termine, Alltag in einem neuen Land
Beispielsatz: „Ich weiß gerade nicht, wie ich das alles unter einen Hut bringen soll.“
Englisch: “to manage everything at the same time”
Die Redewendung passt besonders gut, wenn du mehrere Dinge gleichzeitig schaffen musst:
Arbeit und Familie
Deutschkurs und Beruf
Kinder, Termine und Haushalt
Leben in einem neuen Land und normale Alltagsaufgaben
Freunde, Freizeit und Verpflichtungen
Beispiele:
„Seit wir in Deutschland leben, müssen wir Arbeit, Schule, Termine und Freizeitaktivitäten der Kinder irgendwie unter einen Hut bringen.“
„Lena schafft es, Job, Familie und Deutschkurs unter einen Hut zu bringen.“
Du kannst den Ausdruck auch als Frage benutzen:
„Sag mal, wie bringst du das eigentlich alles unter einen Hut?“
Diese Frage passt gut, wenn jemand dir erzählt, dass er sehr viele Aufgaben hat und trotzdem organisiert wirkt.
Die Redewendung bedeutet nicht automatisch Stress. Sie bedeutet vor allem: Mehrere Dinge sind gleichzeitig wichtig und müssen zusammenpassen.
Der Ausdruck „miteinander vereinbaren“ ist etwas formeller und bedeutet hier: Dinge so organisieren, dass sie zusammenpassen.
Wann sagt man „viel um die Ohren haben“?
Den Ausdruck „viel um die Ohren haben“ hörst du im Alltag sehr oft. Er bedeutet, dass jemand gerade sehr viel zu tun hat.
Auf einen Blick:
Ausdruck: viel um die Ohren haben
Bedeutung: sehr viel zu tun haben
Typische Situation: Arbeit, Termine, Familie, volle Woche
Beispielsatz: „Tut mir leid, ich hatte viel um die Ohren.“
Englisch: “I’ve had a lot going on.”
Die Ohren kennst du natürlich: the ears. Aber wenn jemand sagt: „Ich habe viel um die Ohren“, dann bedeutet das nicht, dass wirklich etwas um die Ohren herum ist.
Es bedeutet: Ich habe gerade viele Aufgaben, viele Termine oder viele Dinge im Kopf.
Beispiele:
„Ich melde mich später. Ich habe gerade viel um die Ohren.“
„Tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte. Ich hatte die letzten Tage viel um die Ohren.“
„Können wir morgen darüber sprechen? Ich habe heute viel um die Ohren.“
Im Alltag ist dieser Ausdruck oft hilfreich, wenn du erklären möchtest, warum du gerade keine Zeit hast.
„Ich habe keine Zeit“ ist natürlich korrekt. Aber es kann manchmal sehr direkt wirken.
Wenn du sagst: „Ich habe gerade viel um die Ohren“, erklärst du mehr. Du sagst indirekt: Mein Alltag ist gerade voll, aber ich meine es nicht unhöflich.
Ein ähnlicher Satz ist:
„Bei mir ist gerade viel los.“
Zum Beispiel:
„Bei mir ist gerade viel los, aber nächste Woche habe ich wieder mehr Zeit.“
Auch dieser Satz ist sehr natürlich. Du kannst ihn in privaten Gesprächen, aber auch im beruflichen Alltag benutzen, wenn der Ton nicht zu formell ist.
Weiterlesen: Manchmal geht es nicht anders: Du musst einen Termin absagen oder verschieben.
Hier bekommst du die Sätze, die du brauchst:
Was bedeutet „Prioritäten setzen“?
Wenn gerade viel los ist, kommt schnell die nächste Frage: Was mache ich zuerst?
Dafür brauchst du den Ausdruck: „Prioritäten setzen“
Auf einen Blick:
Ausdruck: Prioritäten setzen
Bedeutung: entscheiden, was jetzt am wichtigsten ist
Typische Situation: Beruf, Familie, volle Woche, Deutschlernen mit wenig Zeit
Beispielsatz: „Ich muss gerade Prioritäten setzen.“
Englisch: “to set priorities”
Die Priorität kennst du vielleicht vom englischen Wort “priority”. „Prioritäten setzen“ bedeutet: Du entscheidest, was jetzt am wichtigsten ist.
Beispiele:
„Ich schaffe das alles nicht mehr. Ich muss jetzt Prioritäten setzen.“
„Wir müssen klare Prioritäten setzen.“
„Das Angebot ist interessant, aber im Moment setzen wir andere Prioritäten.“
Der Ausdruck passt sehr gut in den Beruf, aber auch in den privaten Alltag.
Stell dir vor, ein Freund fragt dich:
„Kommst du heute Abend mit ins Kino?“
Eigentlich wäre es schön. Aber du bist müde, musst früh aufstehen und zu Hause wartet noch einiges auf dich. Dann könntest du sagen:
„Heute schaffe ich es leider nicht. Ich muss gerade ein bisschen Prioritäten setzen.“
Das klingt ehrlich und nicht zu hart.
Auch beim Deutschlernen ist dieser Ausdruck wichtig. Vielleicht kannst du nicht jeden Tag eine Stunde lernen. Vielleicht ist dein Kalender voll. Vielleicht hast du Arbeit, Familie und viele andere Aufgaben.
Dann musst du Prioritäten setzen.
Das kann bedeuten:
einmal pro Woche wirklich sprechen
regelmäßig eine Podcastfolge hören
drei neue Sätze aktiv benutzen
nicht alles lernen, sondern das üben, was du im Alltag brauchst
Deutschlernen passt bei Erwachsenen nicht immer perfekt in den Alltag. Aber es funktioniert, wenn du realistisch bleibst und gute Prioritäten setzt.
Wie benutzt man „etwas Schritt für Schritt angehen“?
Wenn du weißt, was wichtig ist, hilft der nächste Ausdruck:
„etwas Schritt für Schritt angehen“
Auf einen Blick:
Ausdruck: etwas Schritt für Schritt angehen
Bedeutung: nicht alles auf einmal machen, sondern nacheinander
Typische Situation: neue Aufgabe, neues Land, Bürokratie, Deutschlernen
Beispielsatz: „Ich gehe das jetzt Schritt für Schritt an.“
Englisch: “to take it step by step”
„Schritt für Schritt“ bedeutet: one step at a time.
Und „etwas angehen“ bedeutet: mit etwas anfangen oder sich um etwas kümmern.
Wenn du sagst: „Ich gehe das Schritt für Schritt an“, dann meinst du: Ich mache nicht alles auf einmal. Ich fange mit einem Punkt an. Danach kommt der nächste. Und danach wieder der nächste.
Beispiele:
„Der neue Job ist anspruchsvoll, aber ich gehe alles Schritt für Schritt an.“
„Die Anmeldung, die Versicherung, die Steuererklärung: Ich gehe das jetzt Schritt für Schritt an.“
„Ich möchte besser Deutsch sprechen, aber ich gehe es Schritt für Schritt an.“
Dieser Ausdruck ist besonders hilfreich, wenn etwas groß oder kompliziert wirkt.
Vielleicht musst du in Deutschland viele Formulare ausfüllen. Vielleicht verstehst du einen offiziellen Brief noch nicht ganz. Vielleicht möchtest du flüssiger Deutsch sprechen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst.
Dann ist „Schritt für Schritt“ oft viel besser als: alles gleichzeitig.
Viele Deutschlerner machen am Anfang zu viel auf einmal. Eine App, ein Grammatikbuch, YouTube-Videos, Podcasts, Karteikarten, Übungen, Artikel, Serien und dann noch Gespräche mit Muttersprachlern.
Das klingt fleißig, aber es kann auch überfordern.
Besser ist oft:
„Ich gehe das Schritt für Schritt an.“
Heute lernst du drei Sätze. Morgen benutzt du einen davon. Nächste Woche sprichst du zehn Minuten auf Deutsch. So wird aus einem großen Ziel ein realistischer Weg.
„Schritt für Schritt“ ist eine feste Wortverbindung, genauer gesagt eine Zwillingsformel.
Weiterlesen:
Was bedeutet „sich nicht verrückt machen lassen“?
Diesen Ausdruck hörst du oft, wenn jemand unter Druck ist oder viele Informationen auf einmal bekommt:
„sich nicht verrückt machen lassen“
Auf einen Blick:
Ausdruck: sich nicht verrückt machen lassen
Bedeutung: ruhig bleiben und sich nicht zu sehr stressen lassen
Typische Situation: Prüfung, offizieller Brief, viele Meinungen, Unsicherheit beim Deutschlernen
Beispielsatz: „Ich lasse mich davon nicht verrückt machen.“
Englisch: “not to let something drive you crazy” oder “not to stress yourself out”
„Verrückt“ kennst du vielleicht als “crazy”. Aber hier bedeutet der Ausdruck nicht wirklich „crazy“.
„Sich wegen etwas verrückt machen“ bedeutet: sich zu sehr stressen, sich zu viele Sorgen machen oder sich innerlich zu viel Druck machen.
Wenn du sagst:
„Ich lasse mich jetzt nicht verrückt machen“,
dann meinst du: Ich bleibe ruhig. Ich mache einen Schritt nach dem anderen. Ich lasse mich von dieser Situation nicht komplett stressen.
Beispiele:
„Morgen habe ich eine Prüfung. Alle geben mir Tipps, aber ich lasse mich jetzt nicht verrückt machen.“
„Ich habe einen Brief vom Finanzamt bekommen. Ich verstehe ihn noch nicht ganz, aber ich lasse mich nicht verrückt machen. Ich frage morgen jemanden.“
„Ich verstehe noch nicht jedes Wort auf Deutsch, aber ich lasse mich davon nicht verrückt machen.“
Dieser Ausdruck passt sehr gut zum Deutschlernen.
Denn viele Deutschlerner denken schnell: Ich muss jedes Wort verstehen. Ich darf keine Fehler machen. Ich muss schneller antworten. Ich müsste schon viel besser sein.
Aber so funktioniert Sprache nicht.
Du musst nicht jedes Wort verstehen, um ein Gespräch zu führen. Du darfst Fehler machen. Und du darfst Zeit brauchen.
Ein guter Satz für dich könnte sein:
„Ich lerne weiter, aber ich lasse mich nicht verrückt machen.“
Du sagst damit nicht: Ich mache nichts. Du sagst: „Ich bleibe ruhig und mache weiter.“
Wann sagt man „den Kopf frei bekommen“?
Wenn im Alltag viel passiert, brauchst du nicht immer noch einen besseren Plan. Manchmal brauchst du einfach eine Pause.
Dann passt dieser Ausdruck:
„den Kopf frei bekommen“
Auf einen Blick:
Ausdruck: den Kopf frei bekommen
Bedeutung: wieder klarer denken können
Typische Situation: lange Arbeitstage, viele Gedanken, Stress, Pause nach dem Lernen
Beispielsatz: „Ich gehe kurz spazieren, um den Kopf frei zu bekommen.“
Englisch: “to clear your head”
„Den Kopf frei bekommen“ bedeutet: wieder klarer denken können, innerlich Abstand bekommen, nicht mehr so viele Gedanken gleichzeitig im Kopf haben.
Beispiele:
„Ich gehe kurz spazieren, um den Kopf frei zu bekommen.“
„Nach der Arbeit brauche ich zehn Minuten für mich, damit ich den Kopf frei bekomme.“
„Ich höre jetzt kurz Musik und versuche, den Kopf frei zu bekommen.“
Du hörst den Ausdruck oft, wenn Menschen lange gearbeitet haben, viel am Computer waren oder viele Entscheidungen treffen mussten.
Auch beim Deutschlernen kann es helfen, den Kopf frei zu bekommen.
Wenn du lange über einen Satz nachdenkst und plötzlich gar nichts mehr weißt, ist das nicht immer ein Zeichen, dass du zu wenig gelernt hast. Manchmal ist dein Kopf einfach voll.
Dann hilft eine Pause oft mehr als noch eine Übung.
Ein kurzer Spaziergang, ein Kaffee, zehn Minuten Ruhe: Danach kannst du oft wieder klarer denken.
Wie benutzt man „am Ball bleiben“ beim Deutschlernen?
Der letzte Ausdruck in diesem Artikel passt besonders gut zum Deutschlernen:
„am Ball bleiben“
Auf einen Blick:
Ausdruck: am Ball bleiben
Bedeutung: regelmäßig weitermachen und nicht aufhören
Typische Situation: Deutschlernen, Sport, langfristige Ziele, neue Gewohnheiten
Beispielsatz: „Ich habe wenig Zeit, aber ich bleibe mit Deutsch am Ball.“
Englisch: “to keep going” oder “to stick with it”
Der Ausdruck kommt ursprünglich aus dem Sport. Wenn du am Ball bleibst, bleibst du im Spiel.
Im Alltag bedeutet „am Ball bleiben“: weitermachen, regelmäßig dranbleiben und nicht ganz aufhören.
Beispiele:
„Ich habe im Moment wenig Zeit, aber ich versuche, mit Deutsch am Ball zu bleiben.“
„Wenn du jede Woche ein bisschen sprichst, bleibst du am Ball.“
„Ich lerne nicht jeden Tag, aber ich bleibe am Ball.“
„Ich höre regelmäßig Podcasts, damit ich am Ball bleibe.“
Das ist für viele erwachsene Deutschlerner wichtig.
Vielleicht kannst du nicht jeden Tag drei Stunden lernen. Vielleicht hast du nicht immer Energie für Grammatik. Vielleicht gibt es Wochen, in denen du nur wenig schaffst.
Aber wenn du trotzdem regelmäßig Kontakt mit der Sprache hast, bleibst du am Ball.
Das kann sehr einfach sein:
Du hörst eine Podcastfolge.
Du schreibst drei Sätze.
Du sprichst einmal pro Woche mit anderen Deutschlernern.
Du wiederholst typische Sätze aus dem Alltag.
Du liest einen kurzen Text und markierst neue Wörter.
Es muss nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass Deutsch regelmäßig in deinem Alltag vorkommt.
Übersicht: 7 deutsche Ausdrücke und Redewendungen für den Alltag
Hier findest du die wichtigsten Ausdrücke noch einmal kurz zusammengefasst:
Ausdruck | Bedeutung | Beispiel |
alles unter einen Hut bringen | mehrere Dinge gleichzeitig organisieren | Ich versuche, Arbeit, Familie und Deutschkurs unter einen Hut zu bringen. |
viel um die Ohren haben | sehr viel zu tun haben | Ich melde mich später, ich habe gerade viel um die Ohren. |
Prioritäten setzen | entscheiden, was am wichtigsten ist | Ich muss gerade Prioritäten setzen. |
etwas Schritt für Schritt angehen | nicht alles auf einmal machen | Ich gehe das jetzt Schritt für Schritt an. |
sich nicht verrückt machen lassen | ruhig bleiben, sich nicht zu sehr stressen | Ich lasse mich davon nicht verrückt machen. |
den Kopf frei bekommen | wieder klarer denken können | Ich gehe spazieren, um den Kopf frei zu bekommen. |
am Ball bleiben | regelmäßig weitermachen | Ich habe wenig Zeit, aber ich bleibe am Ball. |
Du siehst: Diese Redewendungen sind nicht nur schöne Extras. Sie passen zu echten Situationen im Alltag.
Wie lernst du deutsche Redewendungen so, dass du sie wirklich benutzt?
Redewendungen lernst du nicht am besten, indem du eine lange Liste liest und versuchst, alles auswendig zu lernen.
Viel besser ist es, wenn du sie mit deinem echten Leben verbindest.
Frag dich zum Beispiel:
Welche Redewendung passt gerade zu mir?
Vielleicht ist es:
„Ich habe gerade viel um die Ohren.“
Oder:
„Ich muss Prioritäten setzen.“
Schreib dir dann einen Satz auf, der wirklich zu deinem Leben passt.
Zum Beispiel:
„Diese Woche habe ich viel um die Ohren, aber ich höre trotzdem eine Podcastfolge auf Deutsch.“
Oder:
„Ich kann nicht alles gleichzeitig machen. Ich gehe mein Deutschlernen Schritt für Schritt an.“
So lernst du nicht nur die Bedeutung. Du übst direkt einen Satz, den du wirklich im Alltag benutzen kannst.
Kleine Übung: Welche Redewendung passt?
Lies die Situationen und überlege, welche Redewendung passt.
Du hast Arbeit, Familie, Termine und einen Deutschkurs. Alles ist wichtig.
Du hattest eine volle Woche und antwortest einer Freundin erst spät.
Du kannst nicht alles machen und musst entscheiden, was jetzt wichtiger ist.
Du hast viele Aufgaben und möchtest nicht alles gleichzeitig machen.
Du hast einen offiziellen Brief bekommen und bist erst nervös, willst aber ruhig bleiben.
Du hast lange gearbeitet und gehst kurz spazieren, damit du wieder klar denken kannst.
Du hast wenig Zeit für Deutsch, aber du hörst jede Woche etwas und sprichst regelmäßig.
Lösungen: Passender Ausdruck:
zu 1. alles unter einen Hut bringen
zu 2. viel um die Ohren haben
zu 3. Prioritäten setzen
zu 4. etwas Schritt für Schritt angehen
zu 5. sich nicht verrückt machen lassen
zu 6. den Kopf frei bekommen
zu 7. am Ball bleiben
Jetzt bist du dran:
Schreib drei eigene Sätze mit drei Ausdrücken aus diesem Artikel.
Zum Beispiel:
„Ich versuche gerade, alles unter einen Hut zu bringen.“
„Ich habe viel um die Ohren, aber ich bleibe mit Deutsch am Ball.“
„Ich lasse mich nicht verrückt machen und gehe alles Schritt für Schritt an.“
Du möchtest solche Ausdrücke im Gespräch benutzen?
Viele Deutschlerner verstehen Redewendungen, wenn sie sie lesen. Aber im echten Gespräch kommen sie dann nicht automatisch heraus.
Das ist normal.
Aktiver Wortschatz entsteht nicht nur durch Lesen oder Hören. Er entsteht vor allem durch regelmäßiges Sprechen.
Wenn du solche Ausdrücke nicht nur verstehen, sondern wirklich benutzen möchtest, kann der Sprachclub ein guter nächster Schritt sein. Dort sprechen wir jede Woche über Themen aus dem echten Leben: mit Wortschatz, Redemitteln und Zeit zum Sprechen.
Du übst nicht allein vor einer App, sondern in echten Gesprächen auf Deutsch: vorbereitet, freundlich und auf deinem Niveau.
So bleibst du nicht nur am Ball. Du merkst auch, dass du immer mehr ausdrücken kannst.
Zusammenfassung
„Alles unter einen Hut bringen“ bedeutet, mehrere wichtige Aufgaben oder Lebensbereiche gleichzeitig zu organisieren. Zusammen mit Ausdrücken wie „viel um die Ohren haben“, „Prioritäten setzen“, „den Kopf frei bekommen“ und „am Ball bleiben“ kannst du über Alltag, Arbeit, Familie und Deutschlernen natürlicher sprechen.
Such dir zwei oder drei Ausdrücke aus, die zu deinem Leben passen. Schreib eigene Sätze damit und benutze sie in echten Gesprächen.
FAQ: Deutsche Ausdrücke und Redewendungen im Alltag
Was bedeutet „alles unter einen Hut bringen“?
„Alles unter einen Hut bringen“ bedeutet, mehrere wichtige Aufgaben oder Lebensbereiche gleichzeitig zu organisieren. Du benutzt die Redewendung zum Beispiel, wenn du Arbeit, Familie, Termine und Deutschlernen miteinander vereinbaren möchtest.
Sagt man „unter einen Hut bringen“ oder „unter einen Hut kriegen“?
Beides ist möglich. „Unter einen Hut bringen“ klingt etwas neutraler und ist auch für die geschriebene Sprache gut geeignet. „Unter einen Hut kriegen“ ist eher umgangssprachlich und im gesprochenen Deutsch häufig.
Was bedeutet „viel um die Ohren haben“?
„Viel um die Ohren haben“ bedeutet, dass man gerade sehr viel zu tun hat. Man hat viele Aufgaben, Termine oder Dinge im Kopf. Zum Beispiel: „Ich melde mich später, ich habe gerade viel um die Ohren.“
Ist „Ich habe keine Zeit“ unhöflich?
Nicht unbedingt. Der Satz ist korrekt. Aber er kann in manchen Situationen sehr direkt klingen. „Ich habe gerade viel um die Ohren“ wirkt oft etwas weicher und erklärt besser, warum du gerade nicht kannst.
Was bedeutet „Prioritäten setzen“?
„Prioritäten setzen“ bedeutet, zu entscheiden, was jetzt am wichtigsten ist. Der Ausdruck passt gut, wenn du nicht alles gleichzeitig schaffen kannst und bewusst auswählst, was zuerst kommt.
Was bedeutet „den Kopf frei bekommen“?
„Den Kopf frei bekommen“ bedeutet, wieder klarer denken zu können. Du benutzt den Ausdruck oft, wenn du viele Gedanken im Kopf hast und eine Pause brauchst.
Was bedeutet „am Ball bleiben“ beim Deutschlernen?
„Am Ball bleiben“ bedeutet, regelmäßig weiterzumachen und nicht ganz aufzuhören. Beim Deutschlernen heißt das: Du lernst vielleicht nicht jeden Tag viel, aber du bleibst regelmäßig in Kontakt mit der Sprache.
Wie kann ich deutsche Redewendungen besser lernen?
Lerne Redewendungen nicht isoliert. Schreib eigene Beispielsätze, die zu deinem Leben passen. Wiederhole sie laut und benutze sie in echten Gesprächen. So werden sie Teil deines aktiven Wortschatzes.
Welche deutschen Redewendungen sind für den Alltag besonders wichtig?
Besonders nützlich sind Redewendungen, die du in vielen Situationen benutzen kannst, zum Beispiel: „alles unter einen Hut bringen“, „viel um die Ohren haben“, „Prioritäten setzen“, „den Kopf frei bekommen“ und „am Ball bleiben“.
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